Drawdown im Trading erklärt
Was bedeutet Drawdown und warum ist er wichtiger als viele Anleger denken?
Wer sich mit Trading, automatisierten Handelssystemen oder Investitionen beschäftigt, stößt früher oder später auf den Begriff Drawdown.
Während viele Anleger hauptsächlich auf Gewinne und Renditen achten, betrachten professionelle Trader den Drawdown häufig als eine der wichtigsten Kennzahlen überhaupt.
Ein hoher Gewinn ist wenig wert, wenn dafür ein übermäßiges Risiko eingegangen werden muss.
Auf dieser Seite erfahren Sie, was Drawdown bedeutet, wie er berechnet wird und warum er bei der Bewertung von Trading-Strategien eine zentrale Rolle spielt.
Was ist ein Drawdown?
Der Drawdown beschreibt den Rückgang eines Kontostands oder Depotwerts von einem vorherigen Höchststand bis zu einem darauffolgenden Tiefpunkt.
Vereinfacht gesagt:
Drawdown misst, wie stark ein Konto zwischenzeitlich im Wert gefallen ist.
Je höher der Drawdown, desto größer war die zwischenzeitliche Verlustphase.
Einfaches Beispiel für einen Drawdown
- Ausgangskapital: 10.000 €
- Das Konto steigt auf: 12.000 €
- Anschließend fällt es auf: 10.800 €
- Der Verlust vom Höchststand beträgt: 1.200 €
- Der Drawdown beträgt: 10 %
Obwohl das Konto insgesamt noch im Gewinn liegt, hat es einen zwischenzeitlichen Rückgang von 10 % erlebt.
Warum ist Drawdown wichtig?
Viele Anleger betrachten ausschließlich die Rendite.
Professionelle Marktteilnehmer analysieren zusätzlich das Risiko.
Der Drawdown hilft dabei, die tatsächliche Belastung einer Strategie besser zu verstehen.
Zwei Systeme können beispielsweise dieselbe Rendite erzielen:
Strategie A
- Jahresrendite: 20 %
- Maximaler Drawdown: 8 %
Strategie B
- Jahresrendite: 20 %
- Maximaler Drawdown: 35 %
Die meisten Anleger würden Strategie A bevorzugen, da das Risiko deutlich geringer war.
Was ist der maximale Drawdown?
Der maximale Drawdown (Maximum Drawdown) beschreibt den größten Verlust vom Höchststand zum Tiefpunkt innerhalb eines bestimmten Zeitraums.
Er gehört zu den wichtigsten Kennzahlen im Risikomanagement.
Der maximale Drawdown zeigt:
- wie stark eine Strategie historisch gefallen ist
- welche Verlustphasen möglich waren
- welche Schwankungen Anleger erwarten müssen
Unterschied zwischen Verlust und Drawdown
Diese Begriffe werden häufig verwechselt.
Verlust
Ein einzelner negativer Trade.
Drawdown
Die gesamte Verlustphase vom Höchststand bis zum Tiefpunkt.
Ein Drawdown kann aus vielen einzelnen Verlusttrades bestehen.
Absoluter Drawdown
Der absolute Drawdown misst den Rückgang vom ursprünglichen Startkapital.
Beispiel:
Startkapital: 10.000 €
Tiefster Kontostand: 9.000 €
Absoluter Drawdown: 1.000 € oder 10 %
Relativer Drawdown
Der relative Drawdown wird meist in Prozent angegeben.
Er beschreibt den Rückgang vom jeweils erreichten Höchststand.
Diese Kennzahl wird am häufigsten verwendet.
Floating Drawdown und geschlossener Drawdown
Bei Trading-Systemen wird oft zwischen zwei Formen unterschieden.
Floating Drawdown
Berücksichtigt offene Positionen. Auch nicht realisierte Verluste werden einbezogen.
Geschlossener Drawdown
Berücksichtigt ausschließlich bereits geschlossene Trades.
Viele professionelle Auswertungen betrachten beide Kennzahlen.
Warum erleben alle Strategien Drawdowns?
Kein Handelssystem gewinnt dauerhaft.
Selbst erfolgreiche Strategien erleben Verlustphasen.
Gründe hierfür können sein:
- Marktveränderungen
- erhöhte Volatilität
- ungewöhnliche Marktbedingungen
- statistische Schwankungen
- außergewöhnliche Ereignisse
Drawdowns sind daher ein normaler Bestandteil jeder Handelsstrategie.
Wie viel Drawdown ist akzeptabel?
Eine allgemeingültige Antwort gibt es nicht.
Die Akzeptanz hängt von den Zielen und der Risikobereitschaft des Anlegers ab.
Orientierungswerte:
Niedrig
0 % bis 10 %
Moderat
10 % bis 20 %
Hoch
20 % bis 35 %
Sehr hoch
über 35 %
Ein niedrigerer Drawdown wird von vielen Anlegern bevorzugt, da er psychologisch leichter zu verkraften ist.
Warum ein hoher Drawdown problematisch sein kann
Je größer ein Verlust, desto schwieriger wird die Erholung.
Beispiel:
Verlust von 10 %
Benötigte Erholung: 11,1 %
Verlust von 20 %
Benötigte Erholung: 25 %
Verlust von 50 %
Benötigte Erholung: 100 %
Verlust von 75 %
Benötigte Erholung: 300 %
Deshalb ist die Kontrolle von Drawdowns ein wichtiger Bestandteil professionellen Risikomanagements.
Drawdown und Risikomanagement
Ein gutes Risikomanagement verfolgt nicht nur das Ziel, Gewinne zu erzielen.
Es soll vor allem große Verlustphasen begrenzen.
Typische Maßnahmen:
- Positionsgrößen begrenzen
- Stop-Loss verwenden
- Diversifikation
- Risiko pro Trade kontrollieren
- Marktbedingungen berücksichtigen
Langfristig kann Risikomanagement wichtiger sein als die eigentliche Einstiegsstrategie.
Drawdown bei automatisiertem Trading
Auch Trading Bots und Expert Advisors erleben Drawdowns.
Automatisierte Systeme sind nicht von Verlustphasen ausgenommen.
Deshalb sollten Anleger bei automatisierten Handelssystemen immer prüfen:
- maximaler Drawdown
- durchschnittlicher Drawdown
- Dauer von Verlustphasen
- Risikomanagement
- langfristige Stabilität
Eine hohe Rendite allein reicht nicht aus, um ein System zu bewerten.
Drawdown und Backtests
Backtests zeigen häufig den historischen Drawdown einer Strategie.
Wichtig ist jedoch:
Der zukünftige Drawdown kann höher ausfallen als im Backtest.
Gründe:
- Marktveränderungen
- andere Volatilität
- reale Ausführung
- Slippage
- Brokerunterschiede
Backtests liefern wichtige Hinweise, aber keine Garantie.
Drawdown und Anlegerpsychologie
Viele Anleger unterschätzen die psychologische Belastung von Verlustphasen.
Selbst wenn eine Strategie langfristig erfolgreich ist, können zwischenzeitliche Drawdowns schwierig sein.
Deshalb sollten Anleger nur ein Risiko eingehen, das sie auch emotional verkraften können.
Eine Strategie ist nur dann sinnvoll, wenn sie langfristig durchgehalten werden kann.
Drawdown und Rendite
Hohe Renditen sind häufig mit höheren Risiken verbunden.
Entscheidend ist deshalb nicht nur die Rendite selbst, sondern das Verhältnis zwischen Rendite und Drawdown.
Professionelle Anleger betrachten häufig:
- Rendite
- Drawdown
- Stabilität
- Risikomanagement
- Konsistenz
Gemeinsam liefern diese Kennzahlen ein vollständigeres Bild einer Strategie.
Drawdown und MaxAi Trader
Bei der Bewertung automatisierter Handelssysteme sollte der Drawdown immer gemeinsam mit der Rendite betrachtet werden.
MaxAi Trader konzentriert sich auf den Dow Jones Index und nutzt definierte Handelsregeln sowie Risikomanagementmechanismen.
Wie bei jedem Handelssystem können Verlustphasen und Drawdowns auftreten.
Deshalb werden neben den Ergebnissen auch Kennzahlen wie Risiko, Stabilität und Transparenz berücksichtigt.
Häufige Fragen zu Drawdown
Was bedeutet Drawdown?
Drawdown beschreibt den Rückgang eines Kontostands vom Höchststand bis zum darauffolgenden Tiefpunkt.
Warum ist Drawdown wichtig?
Er zeigt das Risiko und die Belastung einer Strategie während Verlustphasen.
Was ist der maximale Drawdown?
Der größte historische Rückgang innerhalb eines bestimmten Zeitraums.
Ist ein Drawdown normal?
Ja. Jede Handelsstrategie erlebt Verlustphasen.
Kann man Drawdowns vermeiden?
Nein. Sie können reduziert, aber nicht vollständig vermieden werden.
Was ist wichtiger – Rendite oder Drawdown?
Beides sollte gemeinsam betrachtet werden. Eine hohe Rendite mit extrem hohem Risiko ist oft weniger attraktiv als eine stabile Strategie mit moderatem Drawdown.
Was ist ein guter Drawdown?
Das hängt von den individuellen Zielen ab. Viele Anleger bevorzugen Strategien mit möglichst kontrollierten Verlustphasen.
Risikohinweis
Der Handel mit Finanzinstrumenten ist mit erheblichen Risiken verbunden und kann zum Verlust des eingesetzten Kapitals führen. Die Inhalte dieser Website dienen ausschließlich Informationszwecken und stellen keine Anlageberatung, Finanzberatung oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar.
Vergangene Ergebnisse sind kein verlässlicher Indikator für zukünftige Entwicklungen.